Reisebericht China  /  Trip report China
  Kapitel / Chapter:  Dreischluchten-Schifffahrt auf dem Jangtse               

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Dreischluchten-Schifffahrt auf dem Jangtse

Nach dem Altstadtbesuch konnte ich in Chongqing auf dem Kreuzfahrtschiff „Viktoria“ einschiffen und mich auf die Dreischluchten-Schifffahrt von Chongqing nach Yichang begeben. Bis Yichang müssen auf dem Jangtse-Fluss ca. 700 Km zurückgelegt werden, dazu benötigt das Schiff ca. 3 1/2 Tage. In Yichang kurz nach dem neuen Dreischluchten-Staudamm, endet meine Kreuzfahrt. 
 

Durch den Drei-Schluchtenstaudamm wird der Jangtse auf einer Länge von ca. 650 Km (fast 2 Mal die Länge der Schweiz) und auf eine Höhe von 175 Meter aufgestaut. 
 

 

Umsiedlung und Umsiedlungsproblematik 
 

Durch die Aufstauung des Jangtse-Flusses werden schöne Teile der Drei Schluchten über­flutet und nicht nur Landschaften werden untergehen, sondern auch ganze Städte, unzählige Dörfer und Fabriken. Einige Beispiele dafür sind die Tempelstadt Fengdu mit ihren archäologischen Stätten, Wanxian (140.000 Einwohner) und Fuling (80.000 Einwohner). Dabei liegen die Probleme bei der Umsiedlung, denn insgesamt müssen ca. 1.3 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Der grösste Teil davon sind Bauern. Hier tut sich ein weiteres Problem auf, denn die Bauern müssen auf das ertragreiche Schwemmland des Jangtse-Flusses verzichten und in die höher liegenden Gebiete ziehen. Doch diese karstigen, klimatischen Hochlagen sind für die Landwirtschaft schlecht geeignet. Experten sagen, dass diese Hochlagen fünfmal weniger Ertrag abwerfen als das Schwemmland. 
 

Die Stauhöhe beträgt momentan etwa 110 Meter und wird im Jahre 2009 die endgültige Stauhöhe von 175 m erreichen. Diese Höhe von 175 m ist jeden halben Kilometer markiert. Dadurch kann man sich gut vorstellen wo die Wassergrenze enden wird und welche Hügel, Häuser, Bäume usw. noch unter den Wassermengen in Zukunft untergehen werden. 
 

Die Entschädigung für die Betroffenen richtet sich nach der Grösse der jetzigen Wohnung und wohl auch nach der Lage. Die Landbevölkerung hat es schwer, denn die Entschädigung reicht keinesfalls, um eine Wohnung in der Stadt kaufen zu können. Eine gewisse Kompensation der Mehrkosten ist durch den Verkauf von Baumaterialien des bisherigen Wohneigentums individuell möglich. Die Frage nach dem späteren Lebensunterhalt ist damit nicht gelöst. Wenn das Land, welches die Bauern bewirtschaften, unter Wasser steht, sind Industriearbeitsplätze gefragt, deren Einrichtung begonnen hat. Nicht zu übersehen sind vor allem die Wohnungsbaumassnahmen. Die Stadt- oder Ortsteile welche überflutet werden, sind inzwischen fast alle schon geräumt worden. Über den jetzigen Ortschaften, ab einer Höhe von 185 Meter, werden neue Orte oder Ortteile gebaut. Ebenfalls wird an der Infrastruktur wie Strassen, Brücken, Wasser- und Stromzufuhr gearbeitet. 
 

 

Qutang -Schlucht, die Erste der Drei Jangtse-Schluchten 
 

Nach einer Nacht auf dem Schiff durchfuhren wir am frühen Morgen die Qutang-Schlucht. Diese Schlucht wird auch Blasebalgschlucht genannt und ist mit 8 km Länge die kürzeste der drei berühmten Schluchten. Das hier befindliche Kuimen (Drachentor) gilt als die imposanteste Sehenswürdigkeit. Zu beiden Seiten erheben sich ca. 1000 m hohe steile Bergwände über dem engen Flusstal. An der schmalsten Stelle ist der Fluss nur etwa 100 m breit, aber über 180 m tief. Sehr häufig liegen die Gipfel im Nebel, auch ich konnte das Ende der Felswände nicht immer sehen. Die Steilheit der Felswände war aber gut zu erkennen. Durch die gesamte Länge der Schlucht zieht sich auf der Nordseite ein alter in den Fels eingeschlagener Treidelweg entlang, der 1889 gebaut wurde. 
 


Danach ging es wieder zum  Schiff, welches kurze Zeit später wieder die Fahrt fortsetzte. Nach dem Mittagessen an Bord stiegen wir weiter flussaufwärts in kleine Boote um und erkundeten damit ca. 40 km des 250 km langen Nebenflusses Daning und das zukünftige Staugebiet des Jangtse.


   
               Mit diesem Schiff ging es von Chongqing nach Yichang                                                         Überall werden neue Brücken und Städte am Jangtse gebaut  


   

                  Mit diesem Schiff ging es von Chongqing nach Yichang .                     Überall werden neue Brücken.und Städte am Jangtse gebaut  


     
                                                                                                               In der Longmen-Schlucht


Abstecher auf dem Daning-Fluss in die Drei kleine Schluchten  
 

Bekannt ist er vor allem durch die so genannten "Drei kleinen Schluchten". Im Einzelnen sind es die 3km lange Longmen-Schlucht, die 10 km lange Bawu-Schlucht und schliesslich die Dicui-Schlucht mit 20 km Länge, welche aber eigentlich nicht deutlich voneinander abzugrenzen sind. Auch hier waren alte Treidelwege zu erkennen. Die Strömung war früher bevor der Fluss aufgestaut wurde, mancherorts sehr gefährlich. Erwähnenswert sind auch die im Felsen liegenden Hängesärge.


   
                                                                       Einfahrt in den Daning-Fluss                                                                                      Auf dem Daning-Fluss     


   
                                                              Auf dem Daning-Fluss                                                                                                       In der Dicui-Schlucht  



   
                                       Auf dem Daning-Fluss                                                                                                Hängesarg im Fels aus der Han-Zeit   


Die Dicui-Schlucht soll die noch natürlichste Schlucht sein. Dem Besucher zeigen sich vielerorts Wasserfälle und reichlich bewirtschaftete Flächen mit bewaldeten Hängen, das Ganze erscheint einem in einem grünen Zustand. An den Uferhängen konnte ich Goldäffchen beobachten. Auch einige gefiederte Bewohner zeigten sich und zwitscherten. Einige Schwärme von Libellen flogen über den Fluss, habe nie soviel Libellen auf einmal gesehen.  Der Daning-Fluss mag wohl mehr Naturreichtümer beherbergen, da er aber zu den regenreichsten Gebieten gehört, bekommt man als Tourist eben nur eine kleine Ahnung davon mit. Und es regnete wirklich permanent. 
 

Insgesamt ist in mir der Eindruck entstanden, dass die Seitentäler von den künftigen Veränderungen mehr betroffen sind als der Jangtse selbst und das entspricht auch der Übersichtskarte vom künftigen Stausee. Ehemals kleine Flüsse werden zu Seen. 
 

  

Wuxia-Schlucht, die mittlere der Drei Jangtse-Schluchten 
 

Am nächsten Tag durchfuhren wir die zweite der grossen Jangtse-Schluchten, die Wu-Schlucht oder auch Hexenschlucht genannt, mit einer Länge von 42 km. Hier fliesst der Jangtse in vielen Windungen, zu beiden Seiten ragen hohe Gipfel, die durch das Spiel des Lichtes und der Wolken faszinieren. Diese Schlucht gilt als die zierlichste der drei Jangtse-Schluchten. 


   
                         Kohle wird hier in der Nähe im Tagebau abgebaut und .....                                  Steinbrüche am Ufer, die Steine werden....     ......auf Schiffe verladen.  


Xiling-Schlucht, die dritte und längste der Drei Jangtse-Schluchten 
 

Sie brachte uns bei gutem Wetter eine Vielzahl von Eindrücken und einige Überraschungen. Natürlich gibt es hier nicht nur Felsen sondern dazwischen allerhand zu entdecken. Ich traute meinen Augen kaum, als ich tatsächlich reife Orangen an Bäumen sah! Der Führer hatte uns zuvor darauf hingewiesen, dass dies ein Orangenanbaugebiet ist.


   
                      Kohleschiff auf dem Jangste                                                                  Fischer am Ufer  


                                                     
                                                                                                   Typische Landschaft entlang des Jangtse  



Besuch einer Seidenspinnerei in Wushan 
 

Bei der Anlegestelle in  Wushan machte das Schiff einen Halt. Sämtliche Dreischluchten-Teilnehmer wurden in Gruppen aufgeteilt und mit dem Bus ging es zu einer Akrobatik-Show (9:00 Uhr am Morgen) in die Stadt. Anschliessend folgte ein Besuch in einem chinesischen Bettenmuseum. Dort konnte auch ein Sarg, ein so genannter Hängesarg bestaunt werden. Der Museumsausgang konnte, wie immer in China, nur über einen Verkaufsladen erreicht werden. Nach dem Museumsbesuch konnte noch eine Seidenfabrik besichtigt werden. Anschliessend konnte noch eine Seidenspinnerei besucht werden.


                                             
                                                                                                         Seidenfäden werden aufgerollt



  
                                                     Seidenraupen und Cocon                                                                                  Seidenfäden werden vom Cocon abgewickelt




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