Reisebericht China  /  Trip report China
  Kapitel / Chapter:  Steinskulpturen in Dazu               

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Steinskulpturen in Dazu 
 
Nach dem Zoobesuch in Chonqing ging es zu einem Ausflug nach Dazu. Dazu ist ein Ort an dem viele Steinschnitzereiarbeiten in den so genannten Skulpturengrotten (unterschiedliche Darstellungen, direkt im Fels bearbeitet) zu sehen sind. 
 
Der „Schatzgipfel“-Berg liegt 15 km von der Kreisstadt Dazu entfernt. Im Verlauf von 70 Jahren, von 1179 bis 1249, entstanden hier 13 Grotten mit mehr als zehntausend Skulpturen. Der grösste und am besten erhaltene der 15 Plätze dort ist die „Grosse Buddha-Schlucht“. 
 
Im Gegensatz zum Nord-Berg, wo die Skulpturen mehr oder weniger zufällig geschaffen wurden, war die „Grosse Buddha-Schlucht“ das Ergebnis eines wohldurchdachten Plans. Man fertigte zuerst Miniatur-Skulpturen an, bevor man in der „Grossen-Buddha-Schlucht“ zu arbeiten begann. Die pferdehufförmige „Grosse-Buddha-Schlucht“ ist zwischen 4 und 14 Meter hoch und 500 Meter lang. Es gibt insgesamt 31 Gruppen imponierender Skulpturen, 24 Inschriften mit Legenden, die sich darauf beziehen, und zwei Steinstupas. 
 
Die Bildhauer im Altertum Chinas bewiesen ihr hervorragendes Können auch dadurch, dass sie die natürlichen Gegebenheiten zu nutzen wussten. Beim Schaffen dieser Reliefs mussten die Mechanik, der natürliche Lichteinfall und die Perspektive in Rechnung gestellt werden. Die drei 7 Meter hohen Bodhisattwas, die erstaunlich unversehrt die Zeiten überdauert haben, sind ein Beispiel dafür. Jeder trägt in seinen einen halben Meter vom Körper weg gestreckten Händen eine 500 Kilogramm schwere Pagode. Diese Pagoden werden durch nichts anderes getragen als durch einen Teil des Gewandes, der lose über die Arme drapiert ist. Diese Reliefs sind nicht senkrecht gegen eine gerade Wand heraus gemeisselt, sondern neigen sich etwas nach vorn, so wurde die Verzerrung vermindert, die entsteht, wenn man von unten her zu den Figuren aussieht. Die anderen Reliefs neigen sich ebenfalls nach vorn, und zwar in einem Winkel, der der Höhe der Felswände entspricht.     
 
 
                                                         
                                                                                         Skulpturen in den Dazu-Grotten     


  
                     Die drei Bodhisattwas                                                                                                                      Skulpturen in den Dazu-Grotten     


Die „Höhle des vollständigen Erwachsens“ ist 9 Meter breit, 12 Meter tief und 6 Meter hoch. In die Stirnwand der Grotte und in die Seitenwände wurden 16 elegant gekleidete Gestalten mit Kronen mit durchbrochenen Verzierungen und seidenähnlichen Gürteln gemeisselt. Ihre Kleidung ist so geschickt gemeisselt, dass man glaubt, das Gewebe fühlen zu können. In dieser Grotte findet sich auch ein riesiger schlafender Buddha. Nur sein Oberkörper ist sichtbar, und der ist 5,5 Meter hoch und 31 Meter lang. Dies erweckt beim Besucher die Vorstellung, dass der Buddha unendlich lang sei.


   
                                                                                                                         
Frau als Buddha   


   
                                                         Familie                                                                                                          Das Hohe Gericht  


                                            
         
                                                                                        Verschiedene Steinskulpturen in Dazu   
 
 
   
         
                                                                                        Verschiedene Steinskulpturen in Dazu   
 
 
   
                                                                                                                           
Schlafender Buddha    


Die übrigen Teile der Grottenwände sind mit Tempeln, Pavillons, Bäumen, Bergen, Flüssen, Wolken, Blumen und Unsterblichen bedeckt. Da das Licht, das vom Eingang hereinkommt, nicht ausreicht, wurde über dem Tor ein riesiges Fenster geschaffen. Dadurch wird nun jeder Winkel beleuchtet, und die Konturen der Skulpturen werden so hervorgehoben, dass die Statuen beinahe dreidimensional wirken. 
 
Nennenswert ist auch der Abfluss für das Regenwasser. Wenn es regnet, hört man Wasser rieseln, sieht aber keine Leitungsröhren. Aber wenn man die Grotte überprüft, entdeckt man, dass hinter den Wolken, Zweigen und Pagoden der Deckenverzierungen ein vollständiges Wasserableitungssystem liegt. Das Regenwasser gelangt in eine große Schale auf dem Kopf einer Teufelsfigur und wird dann durch einen unterirdischen Kanal abgeleitet. 
 
Manche Bildhauer brachen mit der Gewohnheit, nur religiöse Themen darzustellen, und schufen Figuren aus dem Alltagsleben. 
 
Ein Relief mit zehn Hirtenknaben und ihren Ochsen beschreibt das Leben auf dem Lande: Die Ochsen schlafen im Schatten eines Baumes, trinken an einer Bergquelle; ein Hirtenknabe tanzt, und ein anderer führt Ochsen auf einen Berg. 
 
Elf Reliefgruppen, denen man den Titel „Elternliebe“ gegeben hat, zeigen ein Ehepaar, das Buddha um einen Sohn bittet, dann ist die Frau schwanger, das Kind ist geboren, wird gestillt, gewachsen, spielt auf dem Schoss der Mutter, und schliesslich nehmen die Eltern vom Sohn Abschied, der sich zu einem weit entfernten Ort begibt. Ein anderes Relief zeigt eine Bäuerin, die offensichtlich mit ihren Küken zufrieden, am frühen Morgen ihren Hühnerkorb öffnet. 



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