Reisebericht Honduras  /  Trip report Honduras
  Kapitel / Chapter:  Maya-Tempelanlagen Copan Teil-1                 

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Maya-Tempelanlagen Copan Teil-1

Vom Ort Copan Ruinas können über einen ca. 1 Kilometer langen Weg, welcher mit Maya-Stelen gesäumt ist, die Tempelanlagen zu Fuss erreicht werden.

Am frühen Morgen strahlen die Ruinen der Mayastätte noch eine geheimnisvolle Stille aus, in der man sich das geschäftige Leben der Maya vor mehr als tausend Jahren vorzustellen vermag. Copán war einer der bedeutendsten Stadtstaaten der Maya, der zusammen mit anderen Zentren wie Tikal in Guatemala und Palenque im heutigen Mexiko in der so genannten klassischen Maya-Periode (etwa 200 bis 800 nach Christus) aufblühte. Zu Spitzenzeiten lebten dort etwa 20.000 Menschen.

Auf der Zeitreise, in das antike Copán, eröffnen sich dem Besucher drei Plätze, umgrenzt von Tempelanlagen, die aus der bewaldeten Gebirgslandschaft herausragen. Die Erkundung beginnt am weitläufigen Hauptplatz, auf dem sehr gut erhaltene Stelen stehen. Die so genannten 18 Kaninchen erzählen mit Reliefs und Hieroglyphen die Geschichte des Mayavolkes. Im südlichen Teil des Hauptplatzes liegt ein eigentümlich anmutendes Ensemble aus zwei trapezförmigen Felsbrocken: der Ballspielplatz, der als zweitgrösster der gesamten Mayawelt gilt.

Wendet man den Blick in die andere Richtung, präsentiert sich Copáns berühmtestes Bauwerk: die Hieroglyphentreppe. Sie ist das grösste in Stein gehauene Schriftwerk der Maya. Ihre 63 Stufen erzählen mit mehr als 2200 Zeichen die Herrscherabfolge von Copán innerhalb von 200 Jahren. Um zum Ost- und Westplatz zu gelangen, wird der Besucher über ein weiteres antikes Bauwerk geführt, von dessen höchstem Punkt aus sich ein herrlicher Rundblick über das gesamte Copán eröffnet. Alle drei Plätze sind von hier aus sichtbar.

Im neunten Jahrhundert nach Christus ging die Hochkultur der Maya unter. Damit verlor auch die Stadt Copán an Bedeutung. Rasch wurde sie von ihren Bewohnern verlassen. Aus welchem Grunde, ist noch immer nicht endgültig geklärt. Forscher vermuten, dass die Bevölkerung zu stark wuchs, die einst fruchtbaren Böden übermässig ausgebeutet wurden und es schliesslich nicht mehr genügend Nahrung gab. Auch Klimaänderungen und Naturkatastrophen könnten eine Rolle gespielt haben.




Geschichtliches zu Copan

Dem Fluss Rio Copán verdankt das Copán-Tal seine Fruchtbarkeit, da in der Regenzeit regelmässig Überschwemmungen auftreten.

Die ersten Siedler erschienen zwischen 1100-900 v. Chr. im Tal. Sie waren noch Jäger, die gerade lernten, wie man sich vom Ackerbau ernährt. Bis um 900 v. Chr. hatten dann Siedler Ortschaften angelegt, die sich im ganzen Tal ausbreiteten.


Über die späte vorklassische Periode (300 v. Chr. - 150 n. Chr.) ist wenig bekannt. Es scheint, als ob das Tal entvölkert war.


Um 160 n. Chr. wurde das Königreich Copán gegründet. 426 n. Chr. war die Geburt einer Herrscherdynastie, die 400 Jahre lang in ununterbrochener Folge herrschte. Ihr Gründer war Yax-Kuk-Mo' ("Blauer-Quetzal-Ara"). Einer der herausragenden Herrscher war Rauch-Imix-Gott K (der 12. Herrscher nach Yax-Kuk-Mo). Seine Amtszeit dauerte von 628-695. Unter seiner Regierung erlebte das spätklassische Copán den kometenhaften Aufstieg zur Grossmacht und erreichte die grösste Flächenausdehnung seiner Zeit. Er hatte Quiriguá, eine Stadt unweit von Copán, unter seine Oberherrschaft gebracht. Sein Nachfolger wurde im Jahr 695 Achtzehn-Kaninchen. Dieser Herrscher versammelte die besten Bildhauer, Baumeister, Kalligraphen und Kunsthandwerker seiner Zeit um sich und liess den Stadtkern umbauen, so wie wir ihn heute kennen. 18-Kaninchen setzte in der 2. Hälfte seiner Regierungszeit einen neuen Herrscher namens Cauac-Himmel als Herrscher über Quiriguá ein. 13 Jahre später erhob sich Cauac-Himmel gegen seinen Lehnsherren, nahm 18-Kaninchen gefangen und opferte ihn am 3.5.738 in Quiriguá. Allerdings übernahm Quiriguá nicht die Oberherrschaft über Copán. In Copán blieb alles beim Alten. 39 Tage nach 18-Kaninchens Opferung bestieg Rauch-Affe den Thron, aber er war unbedeutend.


Rauch-Muschel (749-763), der 15. Herrscher, folgte seinem Vater Rauch-Affe (738-749) auf den Thron. Er wurde einer der grössten Bauherren von Copán. Unter seiner Leitung entstand die Hieroglyphentreppe, eine der längsten Inschriften die man im Maya-Land gefunden hat. Sie besteht aus mehr als 2’200 Glyphen und beschreibt die Inthronisation und den Tod jedes einzelnen Herrschers der Yax-Kuk-Mo'-Dynastie.


Rauch-Muschels Sohn Yax-Pac übernahm am 2.7.763 den Thron und damit jede Menge Probleme. Es gab immer mehr Adlige und damit immer mehr Schmarotzer, die jede Menge Privilegien hatten. Ausserdem gab es im Copán-Tal eine Vielfalt von ökonomischen und ökologischen Problemen. Übervölkerung war eines der Hauptprobleme, da nach 18-Kaninchens Gefangennahme und Tod in den nachfolgenden Dynastien die Population des Reiches ständig gewachsen war. Auf dem fruchtbaren Schwemmland entstanden immer mehr Wohnanlagen. Insgesamt wohnten im Tal mindestens 20’000 Menschen und die einheimische Landwirtschaft konnte so eine grosse Bevölkerung nicht ernähren. Die Bauern wurden an die Talränder und auf die Berghänge verdrängt, wo sie den Wald roden mussten um Mais anbauen zu können. Erosion und damit das veränderte Klima waren die Folge. Es herrschte Nahrungsmittelknappheit und das Volk litt an Unter-, Fehl- und Mangelernährung. Auch der Adel blieb davon nicht verschont. Yax-Pac bemühte sich die Loyalität der Oberschicht zu erhalten, indem er beispielsweise wichtige Rituale auf den Anwesen Adliger ausführte. Für ihn muss es ein sozialer Abstieg gewesen sein. Er starb kurz vor dem 6.5.850. Sein genaues Todesdatum ist unbekannt.


Am 10.2.822 bestieg der letzte Herrscher mit dem Namen U-Cit-Tok, den Thron. Copán war aber schon dem Untergang  geweiht. Der Altar L, geschmückt mit U-Cit-Tok und seinen Vorgängern, ist das letzte Monument das in Copán gefertigt wurde. Der Künstler hat es nie vollendet.


Die Wohnanlagen hinter der Akropolis wurden noch ca. 100 Jahre genutzt. Innerhalb von 2 Jahrhunderten war ein dramatischer Bevölkerungsrückgang zu beobachten.




Stelen bei der Tempelanlage

Am Eingang der Tempelanlage befindet sich eine grössere Anzahl gut erhaltener Stelen. Auf der Rückseite der Stelen sind Glyphen eingemeisselt, welche den geschichtlichen Werdegang der Mayas festhalten.


      
                                                                                                             Stelen bei den Tempelanlagen in Copan  


   
                                                                                                             Stelen bei den Tempelanlagen in Copan  


      
                                                                                                             Stelen bei den Tempelanlagen in Copan  


   
                 Glyphen an der Rückseite der Stelen. Am linken obereren Glyphen des linken Bildes, ist die Zahl 18 zu erkennen  (3 waagrechte Striche, darüber 3 Punkte) 


   
                                                                                           Stele mit Glyphen an der Rückseite der Stele.    


   
                     Stele bei den Tempelanlagen in Copan                                                                    Riesige Bäume überwucherten die Tempelanlagen



Ballspielplatz der Tempelanlage

Jede Tempelanlage besass einen Ballspielplatz. Die Ballspiele wurden während grossen Zeremonien vorgenommen.


Das Ballspiel

Es spielten immer zwei Mannschaften gegeneinander. Jede Mannschaft bestand aus je zwei bis zu sieben Spielern. Meistens waren es Männer edler Herkunft, allerdings fand man in Yaxchilán ein Bild, das Frauen beim Ballspiel zeigen könnte. Ziel des Spieles war es den Ball im gegnerischen Spielfeld aufkommen zu lassen, ohne das er den Boden des eigenen Spielfeldes berührte. Dabei durfte der Ball nicht mit den Händen oder den Füssen berührt werden, das heisst es durfte nur der Kopf, die Hüften oder die Knie eingesetzt werden. Bei den unterschiedlichen Kulturen gab es natürlich auch unterschiedliche Spielregeln.

Das Ballspiel wurde anlässlich grosser Zeremonien ausgetragen, als Auslosung des Opfers zur Menschenopferung. Viele Wissenschaftler sagen, dass die Verlierermannschaft geopfert wurde. Aber es könnte auch sein, dass die Siegermannschaft geopfert wurde, da der Opfertod eine grosse Ehre war und die Geopferten Zugang zum Pantheon haben.

Das Ballspiel selber hatte auch eine mythische Bedeutung. Die Bewegungen des Balles symbolisierten die Bewegung der Sonne. Somit unterstützten die Spieler die Sonne bei ihrem Lauf und durften deswegen den Ball nicht fallenlassen.


    
                                                                                                             Ballspielplatz der Tempelanlage in Copan  


   
                                                                                                             Ballspielplatz der Tempelanlage in Copan  



Hieroglyphentreppe

Die Hieroglyphentreppe ist eines der berühmtesten Bauwerke Copáns. Sie ist das grösste in Stein gehauene Schriftwerk der Maya. Ihre 63 Stufen erzählen mit mehr als 2200 Zeichen die Herrscherabfolge von Copán, innerhalb von 200 Jahren. Die Treppe ist durch ein grosses Tuch gegen Wettereinflüsse geschützt. Das Tuch ist leider für das Fotografieren sehr störend.

      
                                                                                                             Hieroglyphentreppe der Tempelanlage in Copan  



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