Reisebericht Laos  /  Trip report Lao
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Mit dem Boot von Houa Say
anach Luang Prabang

 

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Reisedaten

Nord-Thailand, Laos und Kambodscha bereiste ich in der Zeit vom 25.10.2007 bis 26.11.2007. Die Reisezeit betrachte ich als ideal, da die Regenzeit vorbei ist und die Natur sich weitgehend im grünen Gewand zeigt.



Allgemeines zu Laos

Die
Demokratische Volksrepublik Laos ist ein Staat in Südostasien. Laos grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar. Laos ist das einzige Binnenland in Südostasien und hat sechs Millionen Einwohner auf einer Fläche von 236.800 km². Hauptstadt und grösste Stadt in
Laos ist Vientiane.



Landschaftsbild

Laos, das einzige Binnenland Südostasiens, lässt sich topographisch in zwei Gebiete gliedern.

Ein von Gebirgen geprägtes Gebiet zieht sich in Nord-Süd-Richtung fast durch das gesamte Land und erreicht dabei Höhen über 2000 Meter, sein

höchster Berg ist der Phu Bia mit 2819 m. Diese Gebirgsregion umfasst etwa neun Zehntel des Landes.

Die übrige Region, in der sich auch die Hauptstadt
Vientiane befindet, ist ein kleines Tiefland an der Süd- und Südwestgrenze zu Thailand.

Der bedeutendste Fluss ist der
Mekong, der in Tibet entspringt und sich bei Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) in ein über 39.000 km² ausgedehntes Flussdelta verästelt. Das Mekong-Delta entwässert in das Südchinesische Meer. Der Mekong bildet auf einer Länge von etwa 1000 Kilometern die Grenze zu

Thailand und auch zu Myanmar; insgesamt berührt er laotisches Territorium auf 1898 Kilometern. Der grösste Teil des Landes entwässert somit in das Südchinesische Meer. Nur 12 % des Territoriums, ganz im Nordosten, entwässern in den Golf von Tonkin. Am Mekong liegt die Hauptstadt Vientiane und die Stadt Luang Prabang. Andere wichtige Flüsse sind der Nam Ou, Nam Ngum sowie der Nam Xebanghieng.




Geschichte

Archäologische Funde in Huaphanh und Luang Prabang belegen menschliche Aktivität auf dem Gebiet des heutigen Laos vor etwa 40.000 Jahren. Siedlungen sesshafter, Landwirtschaft betreibender Bewohner gab es um 4000 v. Chr., während Funde in Grabstätten aus der Zeit um 1500 v. Chr. auf
eine komplexe, entwickelte Gesellschaft schliessen lassen. Ab etwa 700 v. Chr. wurden im heutigen Laos Eisenwerkzeuge verwendet, die auf enge Kontakte mit benachbarten indischen und chinesischen Zivilisationen hindeuten. Die ersten Bewohner des heutigen Laos werden als Kha-Völker bezeichnet. Die Kha-Völker besiedelten das Land um 500 n. Chr. und lebten unter der Verwaltung des Staates Funan.

Die Wurzeln des heutigen Laos führen ins
14. Jahrhundert, als Fa Ngum das Königreich Lan Xang, das Reich der Millionen Elefanten, gründete. Das Königreich umfasste das gesamte heutige Laos, sowie das heutige Nordthailand und Teile Myanmars. Es erreichte im 17. Jahrhundert unter König Sulignavongsa seine Glanzzeit, in welcher bemerkenswerte Kulturgüter, vor allem in Literatur und Dichtung, geschaffen wurden. Handel und Bildung erreichten in dieser Zeit ein hohes Niveau. Das Lan-Xang-Königreich existierte bis ins 18. Jahrhundert und zerfiel dann in drei rivalisierende Dynastien: Luang Prabang, Vientiane und Champasak. Alle drei waren ständigen Invasionen der mächtigeren Nachbarn aus Burma (Myanmar),  Siam (Thailand)
und Vietnam ausgesetzt. Siam erreichte schliesslich die Hoheit über das Gebiet und zwang viele Bewohner von Laos dazu, sich in siamesischem Gebiet anzusiedeln.

Ab der Mitte des
19. Jahrhunderts erlangten die Franzosen als Kolonialmacht immer stärkeren Einfluss im kontinentalen Südostasien. Im Jahre 1893 eroberten die Franzosen die linke Uferseite des Mekong und zwangen Siam zur Anerkennung des Mekong als Grenze. Das heutige Laos wurde als "Protektorat Laos“ in die französische Kolonie Französisch-Indochina eingegliedert. Sämtliche Pläne für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes
blieben jedoch unverwirklicht. Im frühen 20. Jahrhundert bildeten sich in Französisch-Indochina Widerstandsbewegungen gegen die Kolonialherrschaft. Unter anderem gründete Ho Chi Minh 1930 die Kommunistische Partei Indochinas, deren Ziel die Vertreibung der Kolonialherren war.

Im
Zweiten Weltkrieg wurde Laos vorübergehend durch Japan besetzt. Nachdem Japan bedingungslos kapituliert hatte und sich aus dem Land zurückziehen musste, erklärte Laos am 12. Oktober 1945 seine Unabhängigkeit. Es gelangte jedoch wiederum unter die Herrschaft der Franzosen.
Am 19. Juli 1949 wurde der französisch-laotische Vertrag unterzeichnet, der Laos zu einem unabhängigen Mitglied innerhalb der Union Française machen sollte. Daraufhin spaltete sich die Lao Issara  ("Freie/Unabhängige Lao" - Unabhängigkeitsbewegung), da nur ein Teil der laotischen Unabhängigkeitskämpfer mit diesem Vertrag zufrieden war. In den folgenden Jahren ging der Einfluss Frankreichs zurück, Wahlen fanden statt und die
USA gewannen an Einfluss. Frankreich unterlag schliesslich in Vietnam und gab am 21. Juli 1954 während der Indochinakonferenz  (Genfer Konferenz) offiziell alle Ansprüche in Indochina auf, sagte zu, seine Truppen abzuziehen und die Unabhängigkeit Laos' anzuerkennen, womit Laos schliesslich seine vollständige Souveränität erlangte.

Während des
Vietnamkriegs war Laos neutral und es gab keine offizielle Kriegserklärung der Vereinigten Staaten an Laos. Trotzdem bombardierten die US-amerikanischen Streitkräfte Laos massiv, denn der Ho-Chi-Minh-Pfad verlief zu einem bedeutenden Teil über laotisches Territorium. Es wurden über Laos mehr Bomben abgeworfen als im Zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen, womit Laos zu den schwerst bombardierten Ländern der Welt gehört.

Nach dem Ende des Vietnamkrieges übernahmen die
kommunistisch geprägten Kräfte des Pathet Lao durch eine (im Vergleich zum Geschehen im Nachbarland Kambodscha) unblutige Revolution im Jahre 1975 die Macht und proklamierten am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos. Die Laotische Revolutionäre Volkspartei wurde zur regierenden Partei des Landes bestimmt und der erste Premierminister, Kaysone Phomivane blieb bis 1992 in seinem Amt. Durch politische und wirtschaftliche Repressionen blieb das Land weithin unsicher und instabil und etwa 10 % der Bevölkerung verliessen Laos, vor allem in Richtung Thailand, Frankreich, USA und Australien.

Aufgrund von schwerwiegenden Wirtschaftsproblemen leitete Laos ab 1986 unter dem Namen
Neuer ökonomischer Mechanismus eine Öffnungs- und Reformpolitik ein mit dem Ziel, den allmählichen Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft zu realisieren. Im Rahmen dieser Reformen wurden Wirtschaftsliberalisierungen durchgeführt und die Beziehungen zum Ausland verstärkt.

Auch politische Reformen werden allmählich in Angriff genommen. So verabschiedete die Volksversammlung am
14. August 1991 die erste Verfassung seit der Machtübernahme der Kommunisten und seit 1997 ist Laos Mitglied der ASEAN.

Einen nach wie vor ungelösten Konflikt gibt es in der Sonderzone
Saysomboun nordöstlich von Vientiane, wo es noch heute bewaffnete Kämpfer gegen
die kommunistische Regierung gibt. Diese rekrutieren sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Hmong-Minderheit und haben sich in die Bergregionen zurückgezogen, wo sie in grosser Armut leben. Wiederholt kommt es jedoch zu Überfällen und Attentaten in und um Vientiane und an wichtigen Verkehrswegen, denen nicht zuletzt ausländische Touristen zum Opfer gefallen sind. Andererseits wird auch von schweren Menschenrechtsverletzungen
des Militärs im Kampf gegen die Aufständischen berichtet.




Religionen in Laos

Die laotische Kultur ist sehr eng mit der Religion verbunden. Die buddhistischen Tempel bildeten in früheren Zeiten in jedem Dorf das geistige Zentrum.
Das Leben der laotischen Menschen war von der Religion bestimmt und die meisten Aktivitäten erfolgten nach dem buddhistischen Kalender. Vientiane
und Luang Prabang sind als Städte der tausend Tempel bekannt und weisen eine grosse Anzahl von Beispielen traditioneller Kunst und Architektur auf.
Der Königspalast in Luang Prabang und der That-Luang-Stupa in Vientiane sind die bekanntesten Nationalheiligtümer in Laos.

Die Hauptglaubensrichtung in Laos ist der
Theravada-Buddhismus, der um 800 in das Gebiet des heutigen Laos kam. Es ist eine verbreitete Sitte, dass Jungen oder junge Männer ein paar Tage bis Wochen in einem Tempel als Mönch verbringen. Ebenso haben viele Familien einen kleinen Altar in ihrem Haus.

Ahnenkult und Animismus sind vor allem in der Bevölkerung der Gebirgsregionen verbreitet, wobei diese Leute teils zum Buddhismus übergetreten sind, ohne ihren traditionellen Glauben aufzugeben.

Kleine Gruppen von Moslems, Christen sowie Anhänger vietnamesischer und chinesischer Sekten finden sich in den Städten.





Tourismus

Laos ist, im Gegensatz zu Thailand und zunehmend auch Kambodscha oder Vietnam, noch weitgehend unberührt von den grossen Touristenströmen. Aufgrund von niedrigem Prokopfeinkommen, Gesundheitsstatus und mangelnder touristischer Infrastruktur ist das Land derzeit für Pauschaltouristen unattraktiv. Trotzdem ist der Tourismus einer der aufstrebenden Wirtschaftszweige und Devisenbringer, so setzt man in Laos auf den sanften Öko- und Kulturtourismus.

Es gibt zwei internationale Flughäfen,
Vientiane
und Luang Prabang. Die nationale staatliche Fluggesellschaft ist Lao Airlines mit Sitz in Vientiane.

Regelmässige Busverbindungen gibt es auf den asphaltierten Strassen, wohingegen in die abgelegeneren Regionen vorrangig
Kleintransporter
mit Pritschenaufbau und zwei Sitzbänken (Songthaew) fahren. Je nach Strassenzustand und Wetter können dabei die Reisedauern stark variieren.

Auf dem
Mekong
verkehren Boote von Huay Xay über Luang Prabang nach Vientiane. Diese Reise mit Übernachtungen in Pakbeng und Luang Prabang dauert zwei bis drei Tage. Ausserdem sind Schnellboote (Speedboats) unterwegs, die diese Strecke in nur einigen Stunden bewältigen; allerdings sind
die Schnellboote unfallanfällig, und die Passagiere müssen Schutzhelme tragen.


            


Die Karten von Laos zeigen einige meiner Reisestationen: Huay Xai, Pakbeng, Luang Prabang, Plain of Jars (Ebene der Tonkrüge), Vientiane, Savannakhet, Pakse und Champasak.



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