Reisebericht USA Südwesten  /  Trip report USA Southwest
  Kapitel / Chapter:  Canyon de Chelly               

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Canyon de Chelly

Das Canyon de Chelly National Monument liegt im Nordosten von Arizona, an der Grenze zu New Mexico, ca. 3 Meilen östlich des kleinen Ortes Chinle. Den Status eines National Monuments hat dieser Park im April 1931 erhalten.

Der Name "De Chelly" - gesprochen d'tschej - ist eine spanische Übersetzung des Navajo Wortes "Tsegi" und heisst "Felsenschlucht".

Das National Monument besteht eigentlich aus 2 Canyons, die in Form eines "V" zusammenlaufen. Der südlichere heisst Canyon de Chelly, der andere Canyon del Muerto (d.h. Canyon der Toten). Er erhielt seinen Namen im Jahre 1882, als man bei einer Expedition in diesem Canyon Überreste von Grabstätten vorgeschichtlicher Indianer fand. Beide Canyons blicken auf eine lange und zum Teil unrühmliche Vergangenheit zurück. Bereits etwa 350 n. Chr. siedelten dort die "Korbmacher", die in runden Grubenhäusern lebten. Erst in der Zeit zwischen 700 und 1300 n. Chr. entstanden die Pueblos (span. Wort für Dorf) unter den Felsklippen. Die Jahre nach 1300 waren durch lang anhaltende Trockenzeiten gekennzeichnet. In dieser Zeit wurden sehr viele Siedlungen im Südwesten der USA verlassen. Erst um 1700 n. Chr. besiedelten wieder Indianer den Canyon de Chelly dauerhaft. Es waren die Navajos, die bisher im Norden New Mexicos gelebt hatten.


Die Navajo Indianer waren ein kriegerischer Stamm. Die Reaktionen der jeweiligen Regierungen waren immer nur eine Frage der Zeit. So wurden bei einer Strafexpedition der Spanier 1805 an einem Tag über 100 Navajos getötet. Aber nicht im Kampf, es war ein Massaker überwiegend an Frauen, Kindern und alten Menschen, die sich in einer Höhle versteckt hatten. Die Überfälle der Indianer liessen in den darauf folgenden Jahrzehnten nicht nach. Mittlerweile stand dieses Gebiet unter amerikanischer Verwaltung.

In den ersten Jahren nach 1860 kämpften amerikanische Truppen ziemlich erfolglos gegen die Navajos. Erst als man nach dem Prinzip der "verbrannten Erde" vorging, die Felder und Obstbäume der Indianer zerstörte und das Vieh tötete oder konfiszierte, konnte man die Indianer bezwingen. Im Winter 1864 wurde der letzte Widerstand im Canyon de Chelly von der Kavallerie unter der Führung von Kit Carson gebrochen. Die eingekesselten Navajos kapitulierten erst nach wochenlangem Widerstand halb verhungert und erfroren. Die Niederlage der Indianer führte den Stamm mit 8000 Menschen auf den "Langen Marsch" zurück nach New Mexico, in das erste Indianerreservat der amerikanischen Geschichte. 1500 Navajos überlebten den Marsch und die anschliessende Zeit im Reservat nicht. Bereits vier Jahre später durften die Navajos in den Canyon de Chelly zurückkehren. Noch heute leben sie im Canyon und sind Teil der Navajo Nation, die im Grossraum der Four Corners beheimatet ist, also dort, wo die Staatsgrenzen von Arizona, Utah, Colorado und New Mexico zusammentreffen.

Heute kann man sich im Visitor Center, es befindet sich kurz hinter dem Parkeingang, über die Geschichte der Canyons, über die Lebensweise der verschiedenen Indianerepochen und über die Geologie informieren. Die Ranger erteilen Auskünfte über Führungen und Fahrten in die beiden Canyons. Wer mit seinem allradgetriebenen Fahrzeug zum Park kommt und in die Canyons fahren möchte, muss sich im Visitor Center einen Navajo Guide anheuern. Wem ein solches Fahrzeug fehlt, der kann sich auf umgebauten Pritschenwagen einer geführten Tour anschliessen. Die halb- oder ganztägigen Touren können im Visitor Center und in der Thunderbird Lodge, ca. 1 km südlich vom Visitor Center, gebucht werden. Der Trail zur White House Ruin ist der einzige Weg in den Canyon, auf dem man keinen Ranger oder Navajo Guide benötigt.

Am Visitor Center gabelt sich die Parkstrasse in den South Rim Drive und in den North Rim Drive. Der 18 Meilen lange South Rim Drive (einfache Strecke) verläuft entlang dem Canyon de Chelly mit insgesamt acht Aussichtspunkten. Die Strasse endet am Spider Rock Overlook, einer fast 250 m hohen Felsnadel. Der 17 Meilen lange North Rim Drive (einfache Strecke) führt entlang des Canyon del Muerto mit vier Aussichtspunkten. Vom Rand der Canyons sind die Überreste verschiedener Puebloruinen zu sehen. Ferner hat man eine schöne Sicht auf die eigentlichen Canyons mit ihren bis zu 300 m hohen Felswänden.


   
                                                                                                                  Einblick in den Canyon de Chelly


   
                                                                                                                  Einblick in den Canyon de Chelly  


   
                                                                                                                          Bis 300 Meter hohe Felswände im Canyon de Chelly


   
                                                                                                         Einblick in den Canyon del Muerto  


   
                                                                                                         Felsstrukturen und spärliche Vegetation  


   
                                                 
Aus Lehmziegeln gefertigte Felswohnungen im Canyon de Chelly. Leitern führen in die oberen Stockwerke.


   
                                                 
                            Aus Lehmziegeln gefertigte Felswohnungen im Canyon de Chelly. 


   
                                                                                                        Malereien bei den Felswohnungen  


   
                                                                                                                                           Spider-Rock im Canyon de Chelly  



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