Reisebericht Vietnam  /  Trip report Vietnam
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Vietnam bereiste ich in der Zeit vom 11. Juli bis 1. August 2010.



Allgemeines zu Vietnam

Vietnam ist ein langgestreckter Küstenstaat in Südostasien. Er grenzt an China, Laos, Kambodscha und das Südchinesische Meer.

Vietnam errang im 10. Jahrhundert die Unabhängigkeit von China, wurde von wechselnden Dynastien regiert und kam um 1880 unter französische Vorherrschaft. 1941 von Japan erobert, wurde es 1945 in das kommunistische Nordvietnam (Hauptstadt Hanoi) und das vom Westen unterstützte Südvietnam (Hauptstadt Saigon) geteilt. Nach dem Vietnamkrieg kam es 1976 zur Wiedervereinigung und Saigon wurde nach dem verstorbenen Staatschef Nordvietnams in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.

Die Bevölkerungszahl Vietnams wird auf etwa 87 Millionen Menschen geschätzt. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung: Landesweit sind etwa 30 % der Menschen unter 14 Jahre alt und nur etwa 5,6 % sind über 65. Die Lebenserwartung liegt momentan bei 67,82 Jahren für Männer und 73,6 Jahren für Frauen.

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den dichtbesiedelten Gebieten der Mündungsdeltas von Rotem Fluss und Mekong, in denen Landwirtschaft vorherrscht. Trotz der agrarischen Prägung lebten 2004 bereits rund 26 % der Vietnamesen in den urbanen Regionen der grossen Städte (in den 1980er Jahren waren es nur 15 %), und die Zuwanderung aus den wirtschaftlich wenig entwickelten ländlichen Gebieten nimmt stetig zu. Dazu kommt eine Wanderungsbewegung von Norden in Richtung Süden. In Vietnam existiert selbst kein privates Eigentum an Grund und Boden. Der vietnamesische Staat erteilt Landnutzungsrechte, deren durchschnittliche bewilligte Nutzungsdauer rund 50 Jahre beträgt.




                           



Landschaft Vietnams

In Vietnam werden von Nord nach Süd fünf Landschaften unterschieden:

Yunnan-Hochland: Gebirgslandscha
ft im Norden, wo Vietnam an China grenzt und sein höchster Berg Phan-xi-păng (3.144 m) liegt. Diese Region ist Siedlungsgebiet von vielen ethnischen Minderheiten, wobei die Stadt Sa Pa am Fusse des Phan-xi-păng die meisten Touristen anzieht.

Delta des Roten Flusses: Diese fruchtbare Gegend rund um die Hauptstadt Hanoi erstreckt sich bis zum Golf von Tonkin. Touristenattraktionen sind hier die Kalksteinfelsen um Ninh Binh südlich von Hanoi, und die Halong-Bucht östlich der Hauptstadt.

Annamitisches Hochland: Das bergige, dünn besiedelte Hinterland Mittel- und Südvietnams ist vor allem Siedlungsgebiet ethnischer Minderheiten.

Annamitischer Küstenstreifen: der schmale, relativ dicht besiedelte Küstensaum zwischen dem Gebirge und dem Südchinesischen Meer in Mittel- und Südvietnam. Die grössten Städte Annams sind Hue und Da Nang.

Mekong-Delta: Die fruchtbare, dichtbesiedelte Schwemmland-Ebene, an deren nordöstlichem Rand die Stadt Saigon (Ho-Chí-Minh-Stadt) mit 8 Millionen Einwohner liegt.



Völker

Etwa 88 % der Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen. Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt. Die grösste davon sind die
„Auslandschinesen“, deren Zahl auf etwa 1,2 Millionen geschätzt wird. Die Mehrzahl von ihnen sind Nachfahren von Einwanderern, die 1644, nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie, ins Land gekommen waren. Weitere Volksgruppen sind Thai, Khmer (vor allem im Süden, der Region des Mekong-Delta, die über Jahrhunderte zu Kambodscha gehörte) und die unter der Sammelbezeichnung „Bergvölker“ bekannten Bewohner der Bergregionen. Letztere, die als die ursprünglichen Bewohner des kontinentalen Südostasien gelten, wurden im Verlauf der Geschichte in Vietnam, Thailand, Myanmar und Laos von den zugewanderten Mehrheitsvölkern aus den fruchtbareren Regionen der Flussebenen und Küsten in die unzugänglichen Bergregionen verdrängt.

Da einige Angehörige der „Bergvölker“ im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg jeweils auf Seiten Frankreichs bzw. der USA kämpften, gab es nach der Wiedervereinigung Vietnams Repressionen gegen diese Völker und sie sind in der vietnamesischen Gesellschaft teils nicht gut angesehen. Aber auch Minderheitenvölker, die auf vietnamesischer Seite gekämpft haben, finden kaum positive Beachtung. Diese Völker sind bis heute von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes weitgehend abgeschnitten und leben in vergleichsweiser Armut. Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen.




Tourismus

In Europa wird Vietnam eher mit Vietnamkrieg, Kommunismus und Armut assoziiert und zählt deshalb nicht zu den klassischen Urlaubsländern. Bis vor wenigen Jahren wurde Vietnam deshalb fast ausschliesslich von Leuten besucht, die sich für die Kultur interessieren, Abenteuer erleben wollten oder mit dem Land nach dem Vietnamkrieg in der einen oder anderen Art emotional verbunden waren.

Seit etwa 1999 erlebt Vietnam jedoch einen Boom im Tourismus. Neben Studienreisenden kommen auch immer mehr Rucksack-, Pauschal- und Badetouristen, letztere vor allem aus anderen asiatischen Ländern. Mittlerweile fahren auch Kreuzfahrtschiffe einige vietnamesische Häfen an.

In den letzten Jahren wurden in einigen Fischerdörfern eilig einige internationale Hotels und Resorts hochgezogen, Restaurants für Ausländer wurden eröffnet und der Aufbau einer touristischen Infrastruktur in Angriff genommen. Mehrere hunderttausend Menschen sind bereits im Tourismus beschäftigt.



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